Holzwerkstoffe

Waldgenossenschaft Muesen Muesener Hauberg Holzwerkstoffe

Holzwerkstoffe

Aus zerkleinertem Holz gepresste Platten oder Stäbe werden als Holzwerkstoffe bezeichnet. Das Holz wird durch Sägen (Bretter), Schälen und Messern (Furniere), Zerspanen (Holzwolle, Späne) oder Zerfasern zerlegt und anschließend meist unter Zugabe von Harzen oder mineralischen Bindemitteln zusammengefügt.

Die meisten Holzwerkstoffe wie OSB-Platten, kunstharzgebundene Spanplatten oder Faserplatten sind für frei bewitterte Konstruktionen im Außenbereich nicht geeignet. Sperrholz der technischen Klasse "Außen" (DIN EN 03986) darf dagegen auch für Konstruktionen verwendet werden, die der Witterung ausgesetzt sind. Sperrholz besteht aus einem Verbund kreuzweise verklebter Lagen. Nach der Holzschichtung werden Furniersperrholz sowie Stab- und Stäbchensperrholz unterschieden.

 

Vollholzprodukte

Zu den im Außenraum verwendeten Vollholzprodukten gehören Rundhölzer und Schnitthölzer aus Vollholz und das durch Verklebung vergütete Brettschichtholz.

Rundholz besteht aus Stämmen oder Stammabschnitten, die von der Rinde befreit sind. Üblicherweise werden drei Herstellungsarten verwendet: manuelle Entrindung mit Erhalt der ursprünglichen Stammform, maschinelle Entrindung mit geringer Egalisierung der Oberfläche oder Kalibrierung mit dem Ergebnis eines gleichen Durchmessers und glatter Oberfläche.

Bauschnittholz ist ein Holzerzeugnis von mindestens 6 mm Dicke, das durch Sägen von Rundholz parallel zur Stammachse hergestellt wird. Der Einschnitt erfolgt mir Gattersägen oder Blockbandsägen. Schnittholzarten werden aufgrund ihrer Abmessungen in Latten, Bretter, Bohlen und Kanthölzer eingeteilt.

 

   Dicke (d) bzw. Höhe (h)  Breite (b)
 Latte  d ≤ 40 mm  b > 80 mm
 Brett  d ≤ 40 mm  b ≥ 80 mm
 Bohle  d < 40 mm  b > 3 d
 Kantholz  b ≤ h ≤ 3 b  b > 40 mm

 

Tabelle: Einteilung von Vollholzprodukten (in Anlehnung an DIN 4047-1)

 

 

Brettschichtholz ist ein vergütetes Vollholz und besteht aus flachseitig faserparallel miteinander verklebten Brettern oder Brettlagen (Lamellen). Durch die leichte Formbarkeit der Lamellen ist es möglich, gekrümmte Bauteile herzustellen. Für Bauteile, die der Witterung ausgesetzt sind, dürfen nur Kunstharzleime verwendet werden, die auf ihre Beständigkeit gegen alle Klimaeinflüsse geprüft sind. Brettschichtholz ist für größere Querschnitte empfehlenswert. Durch seinen Aufbau ist es sehr formstabil, weitgehend rissminimiert, hat eine hohe Tragfähigkeit und erfüllt in Bezug auf die Optik hohe Ansprüche.

 

Waldgenossenschaft Muesen Muesener Hauberg Stammaufteilung

 

Abbildung: Stammaufteilung beim Holzeinschnitt

 

 

Güte von Vollholzprodukten

Entsprechend dem Verwendungszweck ist nicht nur die Wahl der geeigneten Holzart von Bedeutung, sondern auch die Qualitätsauswahl in der jeweiligen Holzart, also die Holzgüte. Die Güte von Vollholzprodukten kann in verschiedenen Produktionsschritten beeinflusst werden.

 

Einschnitt, Trocknung und Oberflächenbearbeitung

Durch das Aufteilen des Stammes längs der Markröhre (herzgetrennter Einschnitt) oder das Heraustrennen einer Kernbohle mit enthaltender Markröhre (herzfreier Einschnitt), kann die Neigung zu Rissbildung, Krümmung und Verdrehung deutlich reduziert werden. Bei höheren Anforderungen an das Erscheinungsbild sollte daher ein herzgetrennter oder herzfreier Einschnitt gefordert werden. Nachteilige Folgen wie Verziehen, Rissbildungen oder der Befall durch holzschädigende Pilze und Insekten lassen sich minimieren, wenn das Holz mit der Feuchte eingebaut wird, die langfristig am Einbauort zu erwarten ist. Um die für die Bearbeitung und die spätere Einbausituation richtige Holzfeuchte zu erreichen, muss das Holz getrocknet werden.

 

 

Quelle: Zimmermann, Astrid: Landschaft konstruieren. Materialien, Techniken, Bauelemente. Basel: Birkhäuser Verlag, 2009.