Wald

Die Wirtschaftsstruktur und auch die Kultur sind im waldreichsten Kreis der gesamten Bundesrepublik von jeher von seinen Bodenschätzen geprägt worden. Wald und Holz gehören zu unseren „Bodenschätzen“! 

Nur – sie liegen nicht im Erdreich herum und müssen zur Nutzung nicht bergmännisch abgebaut werden. Die Wälder haben sich im Laufe der Geschichte durch geologische und klimatische Einflüsse, aber auch durch den Menschen  verusachte, immer wieder verändert. Mit diesen Veränderungen einher entstanden in Flora und Fauna neue Arten, manche starben auch aus. Der schlichte  Versuch also, durch Nichtbewirtschaftung „Ur“-Zustände zu erreichen, zeugt von eklatanter Kurzsichtigkeit der Initiatoren und Befürworter.

Wir „dienen“ Wald und Natur eher und kommen einer bewahrenden und fürsorgenden Einstellung näher  mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung. In „nachhaltig“ steckt das Wort Haltung. Haltung und Einstellung sind gemeint, die die Natur und den Wald als Teil der Schöpfung respektieren und nur das entnimmt, was wir brauchen.

Hans Carl von Carlowitz 1645 – 1714/1713

Forderung :   Immer nur so viel Holz ernten, wie durch

Hans Carl von Carlowirtz prägte 1713 in seiner  „Sylvicultura oeconomica“ den Begriff der Nachhaltigkeit. Er meinte damit, immer nur soviel zu ernten, zu entnehmen wie durch natürliche Verjüngung, planmäßige Aufforstung, Säen und Pflanzen auch nachwachsen kann!  Im Bankenjargon würde man sagen : Von den Zinsen leben, statt das Kapital aufzuzehren !

Diese Haltung ist Gebot unserer Genossenschaft.

So viel zur Nutzfunktion des Waldes.

Der Wald bietet aber noch mehr : Zum Beispiel einen Ausgleich zu vielen Erscheinungen unserer modernen Zeit. Wir finden hier einen Gegenentwurf zu Tempo, Hektik, Lärm, Stress und einer unbegrenzten Wachstumsgläubigkeit. Wir erfahren im Rhythmus der Natur andere Dimensionen von Erlebnisintensität, Achtsamkeit, Wertung und Nachhaltigkeit. In der Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur treten Körper, Geist und Seele in Dialog mit der urwüchsigen Kraft des Waldes.

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,

ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,

(aus Rilke: Geduld)